11    Apr 20113 Kommentare

Den Fotos auf der Spur

... Das Haar akkurat an der Seite gescheitelt, die steife Körperhaltung und das malerische Geländer im Hintergrund... – solche Hinweise reichen für Peter Oehmen aus, um eine alte Fotografie zeitlich einordnen zu können: "Das Foto ist vermutlich so um 1870 bis 1880 aufgenommen worden."

Die zeitliche Einordnung von Fotografien spielt bei der Ahnenforschung eine große Rolle. Daher wurde der Foto-Experte Peter Oehmen von der regionalen Arbeitsgruppe Familienforschung Kreis Herford eingeladen. Bei der Fotografie einer Ahnenforscherin findet er weitere Hinweise zur Entstehungszeit: "Es wurde eine besondere Kartonage verwendet, auf der goldene Prägungen zu finden sind."


Die Besitzerin des Fotos möchte weiterhin erfahren, ob es sich im abgebildeten Foto um ihren Ururgroßvater in jüngeren Jahren handelt. Sie zeigt Peter Oehmen ein Vergleichsfoto auf dem ein älterer Herr abgebildet ist, vom dem weiß sie, dass es sich um ihren Ururgroßvater handelt. Peter Oehmen vergleicht die beiden Bilder miteinander. und schnell erkennt er Übereinstimmungen: "Die Form der Ohrläppchen ähnelt sich sehr. Auch das ausgeprägte Kinn fällt bei beiden Fotografien auf. Auf beiden Bildern hat die Person schmale Nasenflügel." Das alles seien Indizien, dass es sich bei der jüngeren Person ebenfalls um den Ururgroßvater handelt. "Das ist sehr wahrscheinlich", bekräftigt Peter Oehmen.

Diplom-Designer Peter Oehmen interessiert sich selbst schon seit seiner frühesten Kindheit für die Fotografie. Besonders fasziniert ihn, was alte Fotos ihren Betrachtern verraten.

Der Experte erklärt das Vorgehen bei einer Fotoanalyse: "Wichtig ist bei der Untersuchung eines alten Fotos, dass man nähere Bestimmungen erlangt: Wo, wann und wie wurde das Foto aufgenommen?" Jedes Foto sei historisch und liefere Hinweise zur Entstehung. "Aussagen über Fotografien können anhand der Fototechnik, der Verwendung von Licht, der Papierqualität und -verarbeitung, des Formats und des Fotografen getroffen werden." Auch die Rückseiten der Fotografien können erste Kriterien zur zeitlichen Einordnung liefern: Namen der Fotografen, Daten oder Logos helfen weiter.

Ebenfalls hilfreich: "Accessoires wie Möbel, aber auch die Mode und die Frisuren oder die Mimik und Gestik der fotografierten Personen." Anhand dieser Fotomerkmale könne man viel über die Atmosphäre, über die Familiensituation oder über Rollenbilder der damaligen Zeit erfahren. "Es gibt zahlreiche Facetten zu entdecken", sagt Peter Oehmen. Er zieht einen Vergleich: "Unter der Fotografie ist die Geschichte eines Menschen wie unter einer Schneedecke vergraben."

Die Hobby-Ahnenforscherin freut sich jedenfalls sehr, dass sie nun bei einem weiteren Verwandten Gewissheit hat: "Jetzt habe ich wieder ein Foto zugeordnet." Die junge Forscherin ergänzt: "Das ist wie eine Sucht: Wenn man einmal angefangen hat, kann man so schnell nicht mehr aufhören."

Ja, das könnt ihr sicherlich auch bestätigen! ;-)

Quelle: nw-news.de

Kommentare (3) Trackbacks (0)
  1. Ich habe auch ein altes Fotoalbum meiner Großmutter geerbt, allerdings kenne ich die meisten Personen auf den Fotos nicht. :( Muss mich da mal schlau machen, wusste nicht, dass es solche Menschen, wie dem Herrn Öhmen gibt.
  2. Hey in Safari sieht dein Template irgendwie seltsam aus.
  3. Hallo Mika,

    "seltsam" heißt? Hast du ein Beispiel für uns? Eventuell einen Screenshot?

    Schöne Grüße

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