9    Feb 20112 Kommentare

Link Tipp: Die deutsche Auswanderung

Im 19. Jahrhundert wanderten mehr als 20.000 Menschen aus der Region Emsland / Grafschaft Bentheim, im Nordwesten Deutschlands gelegen, aus. Viele in Richtung Nordamerika. Anfangs noch enge Kontakte zwischen der Alten und der Neuen Welt brachen im Laufe vieler Jahre und Jahrzehnte fast völlig ab.

Die Webseite german-immigrants.com möchte diese Verbindungen wiederbeleben, die Seite will Daten und Hilfsmittel bereitstellen, um Interessierten auf beiden Seiten des Atlantiks die Forschung und die erneute oder erstmalige Kontaktaufnahme ermöglichen.

Die Datenbank enthält derzeit Angaben von über ca. 15.000 Auswanderern aus der Region Emsland/Grafschaft Bentheim, zum Teil auch mit Informationen über ihre Familien. Durch weitere Recherchen wird der Datenbestand fortlaufend ergänzt. Die Angaben beruhen vorrangig auf Passagierabfahrts- und Ankunftslisten, regionalen und lokalen Auswanderungsverzeichnissen, Kirchenbüchern sowie weiteren Onlinequellen und -datenbanken.

Wie alles begann...

Auswandererschiffe

Im 19. Jahrhundert erfasste eine mächtige Wanderungsbewegung den europäischen Kontinent. Viele Menschen sahen keine Zukunft mehr in ihrer alten Heimat, sei es wegen Landmangel, Nahrungsmittelknappheit infolge von Missernten, Arbeitslosigkeit oder auch zunehmender Verfolgung ihrer politischen oder Glaubensrichtungen.

Aus Not und Verzweiflung ließen sich Kleinbauern-, Handwerker-Familien und manchmal auch ganze Dörfer mit einem Großteil ihrer Einwohner auf das Abenteuer Auswanderung ein. Zielländer wie die USA, aber auch Kanada, Argentinien, Brasilien und Australien versprachen Arbeit, Land und Rechte - die Massenauswanderung begann!

Zwischen 1821 und 1914 verließen annähernd 50 Millionen Europäer ihre Heimat, viele über die Auswandererhäfen Bremerhaven und Hamburg. In dieser Zeit wanderten etwa 7-8 Millionen Deutsche aus, vorrangig in die USA, um in der "Neuen Welt" ein besseres Leben zu finden. In der Periode von 1850 bis 1890 stellten die Deutschen sogar die größte nationale Einwanderergruppe dar! Als Deutsche bzw. "Deutschamerikaner" gelten heute in den USA rund 60 Millionen der ca. 280 Millionen Staatsbürger.

Im Zeitraum zwischen 1832 bis 1872 und 1874 bis 1882 wurden ca. 17.200 emsländische und Grafschafter Auswanderer behördlich registriert. Inklusive des nicht überlieferten Jahrganges 1873 und der späten 1880er Jahre sowie einer Dunkelziffer nicht behördlich erfasster Auswanderer von ca. 10-30% ergibt sich eine Auswandererzahl von mehr als 20.000 Personen – allein aus der Region Emsland - Grafschaft Bentheim!

Bilder: Webseite german-immigrants.com

Kommentare (2) Trackbacks (0)
  1. Im Archiv der Stadt Gescher im Münsterland gibt es ein Buch über die Auswanderer aus dem Münsterland. Teilweise mit deren Nachkommen in Amerika. Diese Bücher können zu den Öffnungszeiten im Archiv eingesehen werden.
    Archiv Stadt Gescher
    Marktplatz 1
    48712 Gescher
  2. Wirklich eine klasse Idee. Die einzelnen Auswanderungswellen aus Deutschland waren schon krass und wenn man bedenkt, dass damals wirklich nur beschränkte Kommunikationsmittel zur Verfügung standen (nicht so wie heute) war es abzusehen, dass der Kontakt zur Heimat irgendwann abbricht, es war ja nicht so, als wenn man in ein Flugzeug steigen konnte und die Liebsten besuchen konnte.

    Finde die Idee aber klasse und wichtig zu wissen, wer aus seinen Wurzeln diesen imposanten Schritt gegangen ist.

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