2    Dez 20104 Kommentare

Wie informativ sind Adressbücher? – ein Test

Heute stellen wir eine weitere Quelle für die Familienforschung vor: Amtliche Adressbücher.

Am Beispiel des amtlichen Adressbuches von Stuttgart, das vom Statistischen Landesamt aufgelegt wird, zeigen wir was sich alles aus ihnen herausfiltern lässt. Zuächst ist ein Adressbuch informativ: es gibt zum Beispiel 3199 Müllers in Stuttgart!

Adressbücher sind für die personen- und stadtgeschichtliche Forschung eine wertvolle Quelle. Sie erfüllen wichtige dokumentarische und archivarische Funktionen. Für Stuttgart liegen Adressbücher bis ins Jahr 1794 zurück vor. Sehr oft werden über die stadthistorische Nutzung hinaus Inhalte von Bürgern ganz praktisch zur Ahnenforschung, Stammbaum- und Familienforschung, Erbensuche oder auch bei der Suche nach Freunden oder ehemaligen Klassenkameraden verwendet.

Rechtlich wird die Erstellung von Adressbüchern der Gemeinden in Baden-Württemberg durch Paragraf 34 des Meldegesetzes geregelt. Danach darf die Meldebehörde unter Einhaltung enger datenschutzrechtlicher Verfahrensvorschriften Namen, Doktorgrad und Anschriften der volljährigen Einwohner in Einwohnerbüchern und ähnlichen Nachschlagewerken veröffentlichen. Zumindest dann, wenn die Personen die Nennung nicht ausdrücklich untersagt haben. Auf die Berufsbezeichnung wird schon seit zehn Jahren verzichtet.

Im neuen Adressbuch sind exakt 484 218 volljährige Einwohner mit Wohnsitz in Stuttgart verzeichnet. Am häufigsten kommen im Adressbuch Nachnamen vor, die traditionelle Berufe bezeichnen, wie Müller (3199 Mal), Schmidt (1941) und Schneider (1500), gefolgt von Fischer, Schmid, Weber, Wagner, Maier, Bauer und Schwarz.

Bei den Vornamen der Frauen führen Maria (4479 Mal), Ursula (3152) und Anna (2561) die Rangliste an, während bei den Männern die Vornamen Michael (5256 Mal), Thomas (4771) und Andreas (4201) am häufigsten sind. Die Kombination häufigster Vorname mit häufigstem Nachnamen (Maria beziehungsweise Michael Müller) kommt nur 38 Mal vor. Wie eine Auswertung der aktuellen Vornamen des Jahres 2009 des Statistischen Amts zeigt, sind dagegen heute bei männlichen Babys die Namen David, Paul und Noah angesagt, bei weiblichen Babys dominierten aktuell die Vornamen Sara(h), K(C)lara und Anna.

Adelsprädikate wie "de", "von" und "di" tragen im Adressbuch 2010 zusammen 2090 Personen, einen Doktortitel haben 9760 Personen. Die Straße mit den meisten Personen in Stuttgart ist nach den Adressbucheinträgen die Reinsburgstraße (2880 Einträge). An zweiter Stelle steht die Augsburger Straße (2452).

Dies lässt sich natürlich auch auf andere Stadte übertragen. Also wer seine Verwandten sucht, kann dies auch ganz einfach im Adressbuch tun. Viel Glück bei der Suche!

Quelle: Südwest-Presse Foto: Flickr

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  1. Interessant. Anna und Marie/Maria in den aktuellen TOP TEN der weiblichen Vornamen. Auch in meinem Stammbaum sind sie seit 500 Jahren der kontinuierliche RENNER.
  2. Für Familienforscher und Archivgänger haben alte Adressbücher eine wichtige Funktion. Die Alt Berliner Adressbücher sind sogar im Internet zu finden. Für den Gang ins Kirchenarchiv von Berlin ist eine vorhandene alte Adresse von Vorteil, weil man dann im Archiv die zuständige Kirche findet und bei etwas Glück auch den gesuchten Eintrag
  3. Auf der Seite von GenWiki findet man bereits etliche alte Adressbücher (kostenlos). GenWiki ist ein Mitmach-Projekt des Vereins für Computergenealogie. Hier stellen Familienforscher Informationen rund um die Genealogie bereit. Wer sich also dafür interessiert, sollte sich diese Seiten unbedingt anschauen.
  4. Vielen Dank für die wertvollen Hinweise!

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