24    Nov 20100 Kommentare

Interview mit Thomas Greve

Thomas Greve ist 49 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei fast schon erwachsenen Kindern. Er hat Informatik studiert und ist als selbständiger IT-Berater immer noch in diesem Bereich tätig, allerdings in den letzten Jahren verstärkt im Bereich Web-Design und Web-Programmierung. Soweit neben der Arbeit noch Zeit für Hobbys bleibt, interessiert er sich seit seiner Jugend für die Fotografie und die Musik.

Seine Webseite familie-greve.de bietet viele interessante Informationen über Ahnenforschung, Heraldik und natürlich über die Familie Greve.

Wie ist Ihr Interesse für Ahnenforschung entstanden? Was fasziniert sie daran?

Da ich im Stuttgarter Raum aufgewachsen bin, meine Verwandtschaft aber in Westfalen lebt, sind die Kontakte aufgrund der Entfernung eher sporadischer Natur. Viele verwandtschaftlichen Verbindungen kannte ich gar nicht. Bei der Geburt unseres ersten Kindes ist mir das erst richtig bewusst geworden. Um den Kindern später mal Auskunft geben zu können begann ich mit der Befragung meiner Eltern, einem Onkel, Großtanten und weiter entfernter Verwandten.

Die vielen Informationen, die ich auf diesem Wege zusammen tragen konnte waren für mich so interessant, dass ich immer mehr heraus bekommen wollte. So folgten Anfragen bei den Standesämtern und den Kirchenarchiven.
Faszinierend finde ich besonders die Geschichten, die mir ein Bild von den Lebensumständen und Schicksalen der Vorfahren vermitteln konnten.

Bis ins wievielte Jahrhundert reicht Ihre Ahnenforschung und was war Ihr schönstes Ahnenforschungs-Erlebnis?

Die Forschungsergebnisse sind aktuell immer noch recht inhomogen. Teilweise bin ich bis ins 17 Jahrhundert vorgedrungen. Aufgrund der Entfernungen zu den Herkunftsorten meiner Vorfahren und meiner beruflichen Tätigkeit konnte ich bislang nicht mehr erforschen. Schöne Ahnenforschungs-Erlebnisse gab es mehrere.

Ein Onkel übergab mir z.B. vor Jahren ein Album mit sehr vielen, teils uralten Fotografien der Vorfahren sowie einen großen Karton mit Urkunden, Pässen und anderen Dokumenten, die teilweise mehrere Jahrhunderte alt sind.
Über meine Webseite wurde ich von entfernten Verwandten kontaktiert, die heute in den USA und in Ägypten leben. Aus den USA wurde ich sogar einmal besucht, was mich natürlich sehr gefreut hatte.

Die Stuttgarter Zeitung und Reader's Digest waren ebenfalls über meine Webseite auf mich aufmerksam geworden und hatten je einen Bericht über meine Ahnenforschung gebracht. Das ZDF hatte sogar einmal einen Beitrag im Fernsehen gesendet.

Ihre Webseite ist bei Ahnenforschern sehr beliebt. Wann ist die Seite entstanden und wie sind Sie dazu gekommen?

Die Webseite entstand im Sommer 2002 und wurde in der Anfangszeit immer wieder erweitert. Ziel der Seite sollte ein Austausch mit anderen Forschern sein, deren Daten sich eventuell mit meinen überschneiden würden.

Die Resonanz war fast von Anfang an sehr gut. Deshalb hatte ich recht bald ein Forum integriert um den Austausch zu erleichtern. Hierbei konzentrierten sich viele Anfragen auf die Bedeutung und Herkunft von Familiennamen. Um diese Fragen und Antworten geeignet zu konzentrieren erstellte ich ein interaktives Namenlexikon, das inzwischen bald 10000 Einträge verzeichnet.

Die Heraldik war ebenfalls ein wichtiges Thema der Seite. So ergänzte ich sie um den Wappenindex, in den jeder rechtmäßige Inhaber sein Wappen selbst eintragen kann.

Über die Jahre haben sich echte Freundschaften mit mehreren Mitgliedern meiner Webseite entwickelt. Es wird oft miteinander telefoniert und es gab auch schon mehrere wechselseitige Besuche.

Welche Tipps würden Sie jungen Ahnenforschern geben?

Möglichst schon in jungen Jahren alle noch lebenden Verwandten befragen und Material sammeln. Überlassene Fotos und Unterlagen gleich von den Verwandten erläutern lassen und die Daten mit Bleistift auf der Rückseite notieren oder anderweitig eindeutig zuordnen. Sonst weiß man später oftmals nicht mehr, wer auf den Fotos abgebildet ist.

Oft gibt es Erlebnisse, die nirgends schriftlich dokumentiert sind und nur noch von den älteren Verwandten erzählt werden können. Manchmal muss man etwas hartnäckig sein, bis man diese Geschichten ausführlich erzählt bekommt. Dann sollte man sie auch unbedingt gleich schriftlich festhalten. Die eigene Familiengeschichte wird erst durch solche Geschichten lebendig.

Geduld und Ausdauer sind die Ahnenforschung elementar wichtig. Kommt man an einen toten Punkt, darf man nicht gleich aufgeben. Es gibt immer genug Zweige, die man noch verfolgen kann und eines Tages stößt man dann fast zufällig doch noch auf die Auflösung des toten Punktes.

Wir danken Thomas Greve ganz herzlich für seine Teilnahme in unserer Interviewreihe und hoffen, dass euch auch dieses Interview gefallen hat.

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