6    Sep 20100 Kommentare

Interesse der Jugend an den Ahnen – Kongress in Stuttgart

In Deutschland lassen immer mehr, vor allem junge Menschen, ihre Familiengeschichte erforschen oder erforschen sie auf eigene Faust. Wie der Forschungsleiter der Deutschen Forschungsgesellschaft für Heraldik und Genealogie Pro Heraldica in Stuttgart, Rolf Sutter, sagte, lag das Durchschnittsalter der Auftraggeber von Ahnenforschungsprojekten 1980 noch bei 60 Jahren - inzwischen sei es auf etwa 40 gesunken. "Auffällig ist, dass wir sehr junge Kunden haben, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind und sich mit ihrer Familiengeschichte oder Wappen beschäftigen wollen", sagt Sutter. Dazu kommt, dass die Familienforschung sich insgesamt immer größerer Beliebtheit erfreut.



Pro Heraldica erforscht in privatem Auftrag unter anderem Familiengeschichten und -wappen. Das Unternehmen richtet dieses Jahr ab 13. September in Stuttgart den Internationalen Kongress der Genealogischen und Heraldischen Wissenschaften aus. Vier Tage lang tauschen sich dort rund 200 Wissenschaftler und Fachleute aus aller Welt unter dem Motto "Identität in Genealogie und Heraldik" über Themen der familiären, regionalen und nationalen Identität aus.

Die Experten führen das zunehmende Interesse an den Vorfahren auf ein grundsätzliches Bedürfnis nach Identität in der heutigen Zeit zurück. "So hat zum Beispiel der Großvater erzählt, dass es ein Wappen gibt, oder man hat bei einer anderen Familie ein Wappen gesehen und will heute eine solche Tradition begründen." Andere interessierten sich dafür, wo und in welchen sozialen Verhältnissen ihre Vorfahren gelebt und welche Berufe sie hatten. Auf dem Kongress werden neue Forschungsschwerpunkte wie etwa die Bedeutung der Genealogie als Hilfswissenschaft für die Medizin thematisiert. Bei Abgleichen von Genanalysen mit Kirchenbüchern könnten zum Teil fragliche Vaterschaften geklärt werden.

Immer wichtiger werde auch die Genealogie in der Psychologie. "Sie wird dafür benutzt, unverarbeitete Konflikte aus der Familie bei der lebenden Generation aufzudecken." Dafür müssten die Genealogen in öffentliche Archive gehen, um festzustellen, wer in der Familie zum Beispiel in eine geschlossene Anstalt gebracht wurde. Dies sei ein Forschungszweig, der in Deutschland noch am Anfang stehe, in den USA aber schon weit verbreitet sei. Auch zur Erforschung, wie Unternehmensführungen zustande kommen, würden zunehmend Genealogen hinzugezogen. "Sie liefern Material, wie etwa im 19. Jahrhundert aus einem Handwerker ein Handwerkerbetrieb wurde und daraus im 20. Jahrhundert ein Unternehmen", sagte Sutter.

Auf dem Kongress in Stuttgart wird als Ehrengast König Cornelius III. vom Volk der Khoisan aus Südafrika erwartet. Der König hält einen Vortrag über die Geschichte des Stammes sowie das Staatswappen, auf dem zwei Ureinwohner der Khoisan abgebildet sind.

Hier findet Ihr weitere Informationen zum Kongress Kongress 2010

Quelle: Südwest Presse

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